Fremdenverkehr

Drei Vorzügen verdankt Dresden seine Anziehungskraft: den weltbekannten Kunstschätzen und Kulturstätten, den architektonischen, erst zum Teil wiederhergestellten Glanzpunkten und der beeindruckenden Landschaft des oberen Elbtals. Schilderungen des 18. und 19. Jahrhunderts (Dresden in der Reiseliteratur) vermitteln die Reisemotive jener Zeit, die den Dresdner Kunstschätzen auf „Bildungsreisen“ begüterter Kreise galten. Die Brühlsche Terrasse, der „Balkon Europas“, war berühmt als Treffpunkt der Fremden im sächsischen „Elbflorenz“.

Ein Fremdenverkehr im heutigen Sinne kam mit der Romantik auf, die die Bewunderung für die Dresdner Sammlungen mit der Begeisterung für die malerische Natur des Plauenschen Grundes, der Gründe bei Pillnitz und des Seifersdorfer Tales verband. In diese Zeit fällt auch die Entdeckung der Sächsischen Schweiz für den Fremdenverkehr. Bevorzugt wurde der „Fremdenweg“ von Pillnitz durch den Liebethaler Grund zur Bastei und weiter zum Kuhstall und Prebischtor.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts erweiterten Eisenbahn und Dampfschiff die Reisemöglichkeiten. Einen weiteren Aufschwung brachte der Anschluss des Osterzgebirges an die Eisenbahn zeitgleich mit dem Aufkommen des Wintersportes, das Entstehen von Freibädern in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und schließlich das Kraftfahrzeug. Mit der allmählich wachsenden Freizeit der Arbeiter und Angestellten entwickelte sich das Wandern und Bergsteigen zu einer in Dresden besonders stark verwurzelten Form der Erholung.

Auf den bürgerlich bestimmten Fremdenverkehr stellte sich die Stadt mit zahlreichen Hotels, Pensionen und Vergnügungsstätten ein. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts verfügte Dresden über zahlreiche erstrangige Hotels: in der Altstadt u. a. das Hotel „Europahof“ Prager Straße, Hotel „Bellevue“ am Theaterplatz, das „Grand Union“ und das Hotel Viktoria am Bismarckplatz, das Hotel „Stadt Rom“ (Hòtel de Rome) und das Hotel „Stadt Berlin“ am Neumarkt, das British Hotel Landhausstraße, Hòtel du Nord Mosczinskystraße, das Hòtel de France an der Wilsdruffer Straße, Palasthotel Weber am Postplatz; in der Neustadt u. a. das Hotel Kronprinz, Hauptstraße 5, das Hotel Royal Antonstraße 33 und der „Kaiserhof“ an der Augustusbrücke.

Der Kurort Weißer Hirsch mit Lahmanns Sanatorium und anderen Kuranstalten errang Weltruf. Viele Fremde ließen sich auf Dauer in Dresden nieder, sodass vor dem Ersten Weltkrieg 5,4 Prozent der Einwohner Ausländer waren.

Eine rege Wirksamkeit entfaltete der Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs.

Das musikalische Leben und bedeutende Ausstellungen führten ebenfalls Besucher in die Stadt.

Unter den ca. 30 Museen Dresdens ziehen die Staatlichen Kunstsammlungen die weitaus meisten Besucher an. Das Musikleben übt mit der Staatsoper, der Staatskapelle, dem Kreuzchor, dem Internationalen Dixielandfestival und den Dresdner Musikfestspielen eine große Anziehungskraft aus.

Ca. 250 wissenschaftliche Veranstaltungen festigen den Ruf der Stadt als Standort von Tagungen und Kongressen.

Das Kempinski-Hotel Taschenbergpalais, das Dresden-Hilton und das Hotel Bellevue führen die Liste der Hotels an.

Am 18. März 1991 wurde unter Vorsitz von Oberbürgermeister Herbert Wagner der Dresdner Fremdenverkehrsverein wiederbegründet.

 

Fremdenverkehrs- und Erholungsgebiete in den äußeren Stadtteilen und der Umgebung Dresdens:

  1. Kulturlandschaft Loschwitz – Pillnitz - Graupa: Körnerhaus Loschwitz (Aufenthalt Friedrich Schilers); C.-M.-Weber-Gedenkstätte Hosterwitz; R.-Wagner-Museum Graupa; Schloss mit Museum für Kunsthandwerk und Park in Pillnitz; NSG Borsberghänge; Liebethaler Grund; Loschwitz mit Bergbahnen, Kurort Weißer Hirsch, anschließend LSG Dresdner Heide.
  2. Kulturlandschaft Lößnitzhänge - Radebeul: zahlreiche historische Weingüter unter Denkmalschutz; Weinbaumuseum Hoflößnitz, Karl-May-Museum; Landesbühnen Sachsen; Volkssternwarte auf den Ebenbergen; historische Schmalspurbahn Radebeul-Ost - Radeburg.
  3. Moritzburger Teichgebiet: Kulturlandschaft im Friedewald mit Teichen (Strandbäder, Zeltplätze); Barockmuseum Schloss Moritzburg; Käthe-Kollwitz-Gedenkstätte; Fasanenschlösschen; historische Waldschänke.
  4. Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz): Sommererholungsgebiet und Kletterzentrum, bizarre Felslandschaft (Schrammsteine u. a.), Durchbruchstal der Elbe; Tafelberge mit Bergbauden (Lilienstein, Papststein, Pfaffenstein, Rauenstein); Kreisstadt Pirna mit Altstadtkern und Stadtmuseum; Museum Festung Königstein; berühmter Aussichtspunkt Bastei; Felsenbühne Rathen; Stadt und Burg Hohnstein; zahlreiche Ferienorte (Stadt Wehlen, Kurort Rathen, Hinterhermsdorf mit Oberer Schleuse); Bad Schandau mit Kurbad und Kirnitzschtalbahn. Kernbereiche des Gebirges als Nationalpark, das gesamte Gebirge als LSG geschützt.
  5. Unteres Osterzgebirge, Elbtalschiefergebirge, Weißeritztäler: Rabenauer Grund und Tharandter Wald; Forstbotanischer Garten Tharandt und Forstlehrschau Grillenburg der TU Dresden; Strandbäder Talsperre Malter; Wandergebiet Bad Kreischa, Wilisch, Lockwitztal; Museen in Rabenau und Dippoldiswalde; Haus der Heimat Freital (Schloss Burgk) mit bedeutenden Werken zeitgenössischer Kunst, u. a. Sammlung Pappermann, Dresden); Schlosspark Heidenau-Großsedlitz; Schloss Weesenstein im Müglitztal; Kurorte Berggießhübel und Bad Gottleuba.
  6. Oberes Osterzgebirge: Sommer- und Winterferiengebiet bis 901 m NN; Ferienorte in waldreicher Umgebung (u. a. Bärenfels, Bärenburg, Waldidylle, Schellerhau, Kipsdorf); Aussichtspunkt Geisingberg (824 m NN); Bergbaumuseum Altenberg; Hochmoor Zinnwald-Georgenfeld; Stadt und Schloss Lauenstein.
  7. Elbtal um Meißen: Meißen mit Albrechtsburg, Dom, Staatlicher Pozellanmanufaktur, historischer Altstadt; Weinbauorte Diesbar und Seußlitz.
  8. Westlausitz: Lessingmuseum Kamenz; Barockmuseum mit J.-G.-Fichte-Gedenkstätte; Töpferstadt Pulsnitz; am Wege in die Lausitz Burg Stolpen mit Erinnerungen an Gräfin Cosel.
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