rechtselbischer Stadtteil zwischen Elbe, Radebeul, der Leipziger Straße, nördlich der Lommatzscher Straße und westlich der Washingtonstraße, 1269 als Kayticz (slawisch: Leute eines Kojeta) urkundlich erwähnt, 1903 zu Dresden eingemeindet.
Kaditz wuchs aus mehreren Flurteilen zu seiner Größe von 495 ha. Das Straßenangerdorf mit Gewannflur umfasste ursprünglich nur 6 Höfe mit der Flur zwischen Altkaditz und Riegelplatz.
Im 14. Jahrhundert wurde die Flur der Wüstung Gleina (slawisch: Lehm) östlich des Riegelplatzes übernommen. Spätestens im 15. Jahrhundert wurde das bischöflich-meißnische Vorwerk Poppitz (oder Poppewitz) aufgelöst und von den Kaditzer Bauern erworben. Es lag mit 2 weiteren Wirtschaften in Kleinkaditz nördlich vom Dorf. Nach einer Pestseuche im benachbarten Übigau, die nur wenige dortige Bewohner überlebten, wuchs Kaditz über den alten Bischofsweg (Scharfenberger Straße) hinaus bis an die Elbe. Die hochwassergefährdeten Flächen dienten zunächst nur als Weideland. Zu Kaditz gehörte auch der Seegraben (ein alter Elbarm an der Radebeuler Stadtgrenze) und das waldbestandene Tännicht nördlich des Riegelplatzes sowie einige Weinberge. Der weiteren Zersplitterung der Wirtschaften wurde 1635 durch die Erbfolge für den jüngsten Sohn Einhalt geboten. Die 30 Bauern bildeten eine festgefügte, untereinander verwandte „Nachbarschaft“, die gemeinsam Feste feierte und noch lange einige Überreste sorbischer Bräuche wahrte. Erst im 18. Jahrhundert ließ man dringend benötigte Handwerker zuziehen. Die Einwohnerzahl lag jahrhundertelang bei 300 bis 400. Kaditz unterstand dem kurfürstlichen Amt Dresden und war mit seiner 1273 urkundlich erwähnten, dem heiligen Laurentius geweihten Kirche geistlicher und kultureller Mittelpunkt von bis zu 9 Dörfern. Erst mit der Bevölkerungszunahme im 19. Jahrhundert wurde die Parochie geteilt. Der 1904 so umbenannten Emmauskirche Kaditz gehören noch Übigau und Mickten an. Der Kirchhof war jahrhundertelang der einzige in der Umgebung. 1862 wurde der „mittlere“ Friedhof Serkowitzer Straße angelegt, auf dem ein Denkmal an 116 durch Krankheiten verstorbene französische Kriegsgefangene von 1870/71 aus dem Barackenlager in Übigau erinnert. 1878 folgte der dritte Friedhof an der Spitzhausstraße. Der Dorfkern Altkaditz hat sich mit Fachwerkhäusern, mehreren Höfen mit Laubengalerien, Inschriftentafeln und dem Pfarrhaus von 1668 als Gesamtanlage erhalten und steht unter Denkmalschutz. Die Höfe mit dem Giebel zur Straße wurden nach dem Brand von 1818 wieder aufgebaut. Kaditz baute 1845 eine Schule gegenüber der Kirche und 1895 das große Schulhaus am Riegelplatz.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts führte die alte Leipziger Chaussee nahe am Dorf vorüber nach Serkowitz, wodurch Kaditz häufig unter Kriegen zu leiden hatte. Die Industrialisierung der Nachbarorte griff nur mit kleineren Betrieben hauptsächlich auf Neukaditz an der Rankestraße über. Dieser Ortsteil entstand mit vorstädtischen Arbeiterhäusern nach 1875. Die Einwohnerzahl stieg bis zur Jahrhundertwende auf 3.780. Um 1900 wurden Häuserblocks am Riegelplatz und zwischen den beiden Weltkriegen die Kleinhaussiedlungen zwischen Kötzschenbrodaer und Gleinaer Straße errichtet. Diese Siedlungen entstanden auf dem Gelände des Tännichts, der Seewiesen und des Seegrabens ohne baulichen Zusammenhang mit dem Dorfkern. Nach der Eingemeindung von Kaditz errichteten Hermann Klette und Hans Erlwein auf dem nahezu niedrigsten Punkt der Stadt bis 1911 die städtische Kläranlage, die durch Dükerrohre unter der Elbe mit dem Altstädter Schwemmkanal verbunden wurde. 1913/26 befand sich westlich der Washingtonstraße der Dresdner Flugplatz. Arbeitslose errichteten 1918/21 in Notstandsarbeiten die Flutrinne von Mickten nach Kaditz zur Ableitung von Elbhochwässern auf dem Boden eines alten Elbearmes. Sie wurde 1925/27 verbreitert. Zur Erschließung eines geplanten Industriegebietes wurde auf Übigauer Flur 1930 die Kaditzer Elbbrücke errichtet. 1934/36 entstand die Autobahnbrücke zwischen den Abfahrten Altstadt und Neustadt. Das 1923 auf Micktener Flur angesiedelte Werk Koch & Sterzel (Transformatoren- und Röntgenwerk; Siemens) berührt Kaditz nur am Rande. In jüngster Zeit sank die Bedeutung des Gartenbaus, des bisher wichtigsten Erwerbszweiges in Kaditz. Bis 1960 bestanden 34 landwirtschaftliche und gärtnerische Betriebe mit 207 ha Land. Nach Bildung einer Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft 1960 wurde 1973 der (nach 1990 aufgelöste) Großbetrieb „Frühgemüsezentrum“ mit Hauptsitz in Kaditz und Anbauflächen in mehreren Elbgemeinden gegründet.