ehemalige Kureinrichtung zur Heilung innerer Krankheiten, Diabetes, Rheuma und Frauenkrankheiten durch wissenschaftliche Naturheilkunde. Am Rande der Dresdner Heide im quellenreichen Gebiet des Weißen Hirschs erbaute Theodor Lehnert 1866/67 als Badekuranstalt das nach seiner Tochter benannte Fridabad. Anfänglich hatte diese Kuranstalt, die auch ärztliche Betreuung leistete, einen guten Ruf. Lehnerts erhoffte Heilwirkung des Quellwassers entsprach aber nicht den Erwartungen, sodass nur der Sommerfrischlerbetrieb des Nahbereichs belebt wurde. 1887 kaufte der Arzt Johann Heinrich Lahmann (geboren 30.3.1860 Bremen, gestorben 1.6.1905 Friedrichsthal bei Radeberg) das abgewirtschaftete Fridabad und gründete am 1. Januar 1888 sein Sanatorium. Bereits als Student beschäftigte er sich mit der „naturgemäßen Lebensweise“. Er erdachte eine vegetabile Milch zur Säuglingsernährung, vegetarische Kochmethoden und stellte einen Nährsalzextrakt aus Pflanzen zusammen. Zur wissenschaftlichen Naturheilkunde, dessen Mitbegründer er war, zählte auch seine Reform-Baumwollbekleidung und Lahmanns Grahambrot. Zum Ausbau von Lahmanns Sanatorium gehörte das Mieten von Villen im Ort zur Unterbringung der Kurgäste. Über 7.000 Patienten/Jahr nutzten Sommer wie Winter Lahmanns natürliche Behandlungsmethoden (Licht, Luft, Wasser, Speise, Trank, Bewegung und Ruhe).
Nach der Eingemeindung des Weißen Hirschs im Jahre 1921 wurden Lahmanns, Weidners, Möllers, Teuschers und Steinkühlers Sanatorium zu einem Kurbetrieb zusammengefasst und von der Stadt Dresden verwaltet. Durch diese Maßnahme stieg auch die während des Krieges gesunkene Anzahl ausländischer Kurgäste wieder an.
Das weltberühmte Sanatorium mit seinen Bädern, Waldliegehallen, Sportplätzen und Behandlungshäusern bestand bis 1945 und wurde bis 1990 als sowjetisches Sanatorium genutzt, wobei die Gebäude stark verfielen. In Zukunft soll es wieder zu einem Kulturzentrum ausgebaut werden.