Führend in diesem Zweig waren bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die Hofgärtnereien, die u. a. im Großen Garten, Herzogin-Garten, dem Menageriegarten, dem Palais-Garten am Japanischen Palais und im Schlosspark Pillnitz bestanden. In Pillnitz steht seit 1771 die älteste europäische Kamelie.
Darüber hinaus gab es berühmte Gärten von Adligen und Bürgern. Im Hoffmannseggischen Garten wurden ab 1840 auch Orchideen gezüchtet. Am Tatzberg bildete der Privatgarten des Leutnants von Wäber (Elisensruhe; später Lüdickes Wintergarten) einen Anziehungspunkt.
Im Palais im Großen Garten veranstaltete die Gesellschaft für Botanik und Gartenbau „Flora“ 1828 ihre erste Ausstellung.
Die Gründung einer Gärtnerei durch die Brüder Traugott (1775-1858) und Jacob Seidel (1789-1860) an der Kleinen Plauenschen Gasse 1813 gilt als Geburtsstunde der Dresdner Moorbeetkulturen, deren Azaleen, Rhododendren, Kamelien und Eriken europäischen Ruf errangen.
Damit war ein vom Gemüsebau getrennter, auch als Kunst- und Handelsgärtnerei bezeichneter Erwerbszweig entstanden.
Um 1820 wurden auch die Gartenbaubetriebe von Christian Friedrich Poscharsky an der Bautzner Straße und Carl Stiehler an der Friedrichstraße gegründet. 1837 eröffnete Ludwig Leopold Liebig am Tatzberg eine Gärtnerei, in der er die erste Magnolie in Dresden pflanzte und vor allem die Azaleenzucht weiterentwickelte. Bereits um 1840 genoss Dresden einen Ruf als Stadt der Azaleen-, Kamelien- und Rosenzucht, während die massenhafte Zucht von Eriken erst Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte. 1860 übernahm Herrmann Seidel (1833-1896) den Betrieb Seidel.
1853 zählte Dresden 107, um 1900 über 150 Gartenbaubetriebe. Die internationalen Gartenbauausstellungen und die Erfolge Dresdner Gärtner auf den Weltausstellungen in Chicago und Paris festigten den Ruf des Dresdner Gartenbaus weiter. Um 1880 waren neben Seidel und Liebig u. a. W. Mitzsch in Räcknitz, C. F. Tube in Löbtau, J. E. Lehmann an der Chemnitzer Straße, Ziegenbalg in Leuben und Bernhard Haubold in Laubegast bedeutend. In Strehlen bestand die Rosenschule von T. Simmgen. Victor Teschendorf verlegte 1890 seine Gärtnerei und Baumschule von Strehlen nach Cossebaude. Robert Hofmann eröffnete 1877 eine Gärtnerei an der Geisingstraße, aus der sich ein großer Saatzuchtbetrieb entwickelte. in Laubegast betrieb Oskar Poscharsky 1895/1924 eine bekannte Baumschule.
Bis etwa 1880 konzentrierte sich der Zierpflanzenbau vor allem in Striesen und Blasewitz. Mit fortschreitender Bebauung Striesens verlagerte sich der Gartenbau in östliche Vororte wie Laubegast, Dobritz und Leuben (Dahlienzucht Engelhardt), aber auch von Dresden weg nach Coswig und Weinböhla. Die Gärtnerei Seidel in Striesen wurde 1891 von den Brüdern Rudolf und Heinrich Seidel übernommen und 1894 nach Laubegast verlegt. 1898 gründete der Betrieb die Rhododendrenzucht in Grüngräbchen bei Kamenz. Ein erheblicher Teil des Seidel-Sortiments ist seit 1970 im Rhododendrongarten Wachwitz zu sehen.