kulturhistorisch bedeutendste Straße der Friedrichstadt, ursprünglich Ostraer Gasse oder Straße, seit 1732 Brückenstraße (nach der 1895 abgetragenen Friedrichsbrücke über die alte Weißeritz), seit 1830 nach Kurfürst Friedrich August I. benannt.
An dieser ältesten Straße des Stadtteils errichteten Hofbeamte und Dresdner Bürger nach der Gründung der Vorstadt Ostra ab 1670 Sommerwohnungen und Gartengrundstücke. Hofzahlmeister August Franz Essenius (gestorben 1792) ließ 1738 das erste massive Wohnhaus bauen. Das Grundstück diente von 1747 an als königliches Krankenstift, im Garten befand sich bis 1945 die katholische Pfarrkirche St. Michael.
Kabinettsminister Ernst Christoph von Manteuffel und dessen Frau geborene von Bludowska errichteten 1717/20 das Manteuffelsche Brauhaus an der späteren Bräuergasse.
Die weitaus bedeutendste Anlage der Friedrichstadt ist das ab 1736 entstandene Palais Brühl, später Marcolinipalais, heute Krankenhaus Friedrichstadt, mit dem Neptunbrunnen. Neben dem Palais schuf Matthäus Daniel Pöppelmann 1728/30 die evangelische Matthäuskirche und auf der gegenüberliegenden Straßenseite das barocke Wohnhaus für seinen Sohn, den Hofmaler Johann Adolph Pöppelmann (später Gaststätte „Pöppelmanns Garten“). Auf diesem Grundstück übernahm Ludwig Bramsch 1842 die Presshefen- und Spiritusfabrik von Heinrich Wilhelm Dursthoff (gegründet 1820).
Der Alte Katholische Friedhof mit seinen künstlerisch und historisch wertvollen Grabsteinen des 18./19. Jahrhunderts wurde 1720/24 angelegt. Am Ausgang der Straße zum Ostragut befanden sich der Küchengarten (Menagerie) und der Hirschgarten sowie das Hegereiterhaus als Wohnsitz des Jagdaufsehers.
Charakteristisch für die Straße wurden die nach dem strengen Baureglement von 1736 erbauten Laubenganghäuser mit farbiger Bemalung und die weit in die Tiefe reichenden, später z. T. überbauten Gärten. Die Häuser Nr. 29 und 33 wurden bereits von Johann Christian Hasche beschrieben. Sie gehören zu den wenigen 1945 erhalten gebliebenen barocken Bürgerhäusern der Altstädter Seite und beherbergen Restaurierungswerkstätten der Denkmalpflege.
Die Geschichte der Straße ist mit bedeutenden Persönlichkeiten verbunden. Johann Wolfgang von Goethe wohnte 1768 bei dem Schuhmacher Hauck (Haus 1945 zerstört). Im erhaltenen Gartenhaus Nr. 44 wurde
1803 Ludwig Richter geboren, in „einer Vorstadt Dresdens, welche die Hautevolee zu ihrem Sitze nicht erkoren hatte. Auf der geraden und sehr breiten Friedrichstraße, die bei der Kirche ins freie Feld endete, lag zwar das schöne Palais des Grafen Marcolini..., aber dieses Palais ausgenommen, trugen die Häuser der ganzen Vorstadt mehr den Charakter eines kleinen Landstädtchens und waren zumeist von armen Leuten bewohnt“ (Ludwig Richter: Lebenserinnerungen eines deutschen Malers).
Das ebenfalls erhaltene Nachbarhaus Nr. 46 gehörte 1842/70 Johann Andreas Schubert, bei dem 1848/49 Musikdirektor August Röckel wohnte. Die Wohnungen Röckels, Richard Wagners im gegenüberliegenden Marcolinipalais und Bakunins im nahen Menageriegarten waren vor dem Maiaufstand 1849 mehrfach Treffpunkte revolutionärer Demokraten. In Röckels Wohnung fanden sich auch Gottfried Semper und demokratisch gesonnene Offiziere ein.
Am Anfang der Straße befand sich die Gaststätte Keglerheim.