Goldschmiedekunst

Die Goldschmiedekunst (einschließlich Silberschmiedekunst) umfasst die künstlerische Gestaltung von Geräten, Schmuckgegenständen und Gefäßen aus Edelmetallen. Sie ist durch die seit 1168 im Erzgebirge gefundenen Silbererze - außer in den Bergstädten - auch in Dresden schon zeitig nachweisbar. Das beweist die hohe Anzahl von goldenen und silbernen Gefäßen im Inventar des Augustinerklosters aus dem Jahre 1539.

Durch die Verlegung der kurfürstlichen Residenz nach Dresden und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung entstanden für die Dresdner Goldschmiede neue Auftraggeber. Neben den kirchlichen Würdenträgern und Stiftern von kirchlichen Prunkgefäßen stand nun die höfische Repräsentation im Vordergrund. Die heute im Grünen Gewölbe erhaltenen Arbeiten Dresdner Meister sind meistens Auftragswerke der sächsischen Kurfürsten und waren oft für die Kunstkammer bestimmt gewesen.

So fertigte Urban Schneeweiß (1536 bis 1600) künstlerische Pokale u. a. Trinkgefäße für den Hof. Herausragend sind auch die Arbeiten der Meister aus den Familien Schwedler und Kellerthaler.

Der Ausbau des Ratsschatzes und die Bedürfnisse des aufkommenden Bürgertums führten zur weiteren Förderung des Goldschmiedehandwerks. In der Barockzeit spornte die Prunksucht des Kurfürsten Friedrich August I. mit seinen prächtigen Hoffesten die Dresdner Goldschmiede zur weiteren Leistungssteigerung an. Das kann man auch an der Anzahl der zugelassenen Meister ablesen 1612 gab es 29, im Jahre 1700 aber schon 58 Meister. Hauptvertreter der barocken Goldschmiede- und Juwelierkunst war Johann Melchior Dinglinger, der mit sechs Familienmitgliedern einzigartige Stücke der Goldschmiedekunst für den Hof geschaffen hat. Daneben sind noch die Dresdner Hofjuweliere Johann Jacob Irminger (1655-1724) aus Zürich und Johann Heinrich Köhler (1669-1736) aus Langensalza zu nennen. Auch Moritz Rachel, Jonann Friedrich Klemm (um 1648-1726) und Paul Ingermann (gestorben 1747) haben als Zunftmeister hervorragende Einzelstücke der Goldschmiedekunst geschaffen. Der Siebenjährige Krieg brachte dagegen einen Niedergang der Goldschmiedekunst in Dresden. Dazu kam noch das Verlangen der Käufer nach billigerem Schmuck, was wiederum zur Einführung von maschinellen Techniken im Handwerk führte. Während bis zum Ende des 19. Jahrhundert meist ältere Stilarten nachgeahmt wurden, kam es zu Beginn des 20. Jahrhundert in der Dresdner Goldschmiedekunst zu einem deutlichen künstlerischen Aufschwung vor allem durch die Rückbesinnung und Neuverwendung einheimischer Materialien (z. B. Achate aus Halsbach) Die ältesten Artikel der Dresdner Goldschmiedeinnung stammen von 1542, weitere Bestätigungen erfolgten 1556, 1598, 1607, 1645. Vorbildlich war die 1607 erfolgte Einrichtung einer Begräbniskasse für alle Innungsmitglieder.