auch Palais Fürstenberg: Das im 16. Jahrhundert erbaute und ursprünglich mit Giebeln, zwei Obergeschossen, zahlreichen Zimmern und einem großen Saal versehene Haus befand sich am Schlossplatz 1 / Ecke Augustusstraße. Ein auf zwei toskanischen Säulen ruhender Erker wurde im 17. Jahrhundert angebaut. Das Gebäude, das auch das Wohnhaus von Giovanni Maria Nosseni gewesen war, kaufte Johann Georg IV. im Jahre 1692 dem damaligen Besitzer Hans Kaspar von Schönberg ab, um es nach Umbau und Verschönerung seiner Geliebten Magdalena Sibylle von Neitschütz zu schenken. Nach ihrem und des Kurfürsten Tode überließ Friedrich August I. es seinem Statthalter Anton Egon von Fürstenberg (1656-1716), nach dem es seit dieser Zeit benannt wurde. 1701 fand Johann Friedrich Böttger darin Unterkunft. Für ihn wurden die Kellerräume als Laboratorium eingerichtet, die auch Ehrenfried Walter von Tschirnhaus nutzte, der bei dem letzten Besuch bei seinem Freund Fürstenberg im Jahre 1708 dort verstarb. Wieder in kurfürstlichem Besitz wurde das Haus 1734 dem Grafen Sulkowski und 1759 dem Minister Brühl geschenkt. 1768/86 beherbergte es die Kunstakademie, wobei es auch als Wohnhaus für die Kunstprofessoren diente. Dafür wurde es 1766 durch Christian Friedrich Exner um ein drittes Geschoss erhöht, dabei beseitigte man die Giebel. Anschließend brachte man das Geheime Finanzkollegium darin unter und ab 1838 das Finanzministerium, nachdem man das Fürstenbergsche Haus mit dem benachbarten sogenannten Charonschen Haus (Augustusstraße 2, um 1720 von Georg Hase errichtet) vereinigt hatte. Seitdem wurde es auch als „Finanzhaus“ bezeichnet. Nachdem 1894 das Finanzministerium am Neustädter Ufer einen Neubau erhalten hatte, brach man 1899 das Fürstenbergsche Haus ab, um dort das Landtagsgebäude zu bauen.