Dieser traditionsreiche Industriezweig hat zusammen mit dem Wirken herausragender Fotografen wie Hugo Erfurth, Franz Fiedler (1885 bis 1956), Walter Hahn, Edmund Kesting, August Kotzsch, Hermann Krone, Walter Möbius (1900-1959), Max Nowak, Richard Peter sen. und Kurt Schaarschuch (1905-1955) und mit reichen Beständen an Fotodokumenten und fotografischer Technik (Deutsche Fotothek, Technische Sammlungen, Hermann-Krone-Sammlung der TU, Stadtmuseum) den Ruf Dresdens als Heimstatt der Fotografie begründet.
In Dresden stellte Friedrich Wilhelm Enzmann erstmals 1839 Kameras und Fotoplatten her.
H. Krone entwickelte die Fototechnik weiter und führte die Fotografie als Wissenschaftsdisziplin an der TH ein. Die von Johann Heinrich Ernemann gegründeten Ernemann-Werke (ursprünglich Ernemann & Matthias) und die Hüttig-AG waren um 1900 in Dresden die führenden Kamerahersteller. Richard Hüttig aus Berlin wurde 1862 auf der Elisenstraße ansässig.
Diese Firma fusionierte 1909 mit der 1889 gegründeten Firma vom Emil Wünsche.
1920 begann sich mit Bildung der Ernemann-Krupp-Kinoapparate-GmbH die Konzentration der Fotoindustrie abzuzeichnen.
1926/27 verschmolzen die Ernemann AG und die Ica-AG mit weiteren deutschen Unternehmen zur Zeiss-Ikon-AG. Zeiss-Ikon Dresden war noch 1941 der größte europäische Kamerahersteller. Weitere Dresdner Unternehmen waren unter anderen die 1912 gegründete lhagee-Kamerawerke Steenbergen & Co., die 1936 die erste einäugige Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt herstellten, die 1899 gegründete Firma Müller & Wetzig, die Kamerafabrik Noble in Niedersedlitz, das Werk Gustav Heyde an der Kleiststraße und die Werkstätten Guthe & Torsch.
Die 1900 in Köln gegründete Mimosa-GmbH siedelte 1904 nach Dresden um, hieß seit 1913 Mimosa-AG und war der größte deutsche Fotopapierhersteller. Mit ihrem Zuzug an die Bärensteiner Straße war neben der Kameraindustrie nun auch die Fotopapierindustrie im Wohn-Industrie-Mischgebiet von Striesen und Blasewitz beheimatet. Die Ernemann-Werke waren seit 1897 an der Schandauer Straße ansässig, wo sie ihre vor dem Ersten Weltkrieg begonnenen Neubauten 1922/23 mit dem Ernemannturm krönten. Die lhagee-Werke zogen 1922 von Cotta an die Schandauer Straße und erbauten wenig später ein Zweigwerk an der Augsburger Straße. Auch die Ica-AG produzierte an der Schandauer Straße.
1945 brannten die lhagee-Gebäude völlig aus, das Ica-Werk wurde zu 90 Prozent zerstört. Im nur wenig beschädigten Ernemannbau wurde die Produktion durch das enteignete Zeiss-Ikon-Werk wieder aufgenommen. Mit dem Zusammenschluss von fünf Dresdner Kamerabetrieben wurde der VEB Pentacon gebildet, dessen Name von dem fünfkantigen Prisma der 1948 entwickelten Contax-Kamera und dem ehemaligen Ernemann-Firmenzeichen, einer Lichtgöttin, abgeleitet wurde. Mit der Practica-Reihe setzte das Werk die Tradition der einäugigen Spiegelreflexkameras fort (1959/89 ca. 10 Millionen Kameras). Die Produktion wurde nach 1989 weitgehend eingestellt. Die Schneider-Feinwerktechnik GmbH setzen Traditionen der Dresdner Fotoindustrie fort.