zweitgrößtes Theatergebäude Dresdens zwischen Postplatz, Theaterstraße und Malergässchen mit Hauptfront zur Ostra-Allee.
Da das Albert-Theater in der Neustadt den modernen szenischen und theatertechnischen Anforderungen nicht mehr genügte, wurde 1909 ein Wettbewerb zur Errichtung eines neuen Altstädter Schauspielhauses ausgeschrieben und unter maßgeblicher Beteiligung von Karl August Lingner ein Theaterverein zur Finanzierung gegründet. 1912/13 erbaute man auf dem gegenüber dem Zwinger später als verfehlt bezeichneten - sehr beschränkten Bauplatz, auf dem zuvor der alte kurfürstliche Silberhammer, der 1739 errichtete Malersaal und das Hofwaschhaus gestanden hatten, das Schauspielhaus nach dem preisgekrönten Entwurf von William Lossow und Max Hans Kühne. Das äußerlich schlichte, siebengeschossige Gebäude (2 Geschosse unter Straßenniveau), dessen an den Dresdner Barock anklingende Fassade mit Plastiken von Oskar Döll und Georg Wrba geschmückt wurde, ist gekennzeichnet durch das hohe Bühnenhaus (32.000 m² umbauter Raum gegenüber dem Zuschauerraum mit 5.000 m²). Die farbige Ausgestaltung des Zuschauerraumes (1.312 Sitzplätze, 3 Ränge) stammte von dem Maler Paul Perks. Die mehrteilige Versenk- und Schiebebühne und die bis Ende der achtziger Jahre noch als eine der ältesten Anlagen dieser Art funktionstüchtige hydraulische Bühnenmaschinerie entsprachen der damals modernsten Theatertechnik. Energie bezog das Schauspielhaus aus dem ersten Fernheizwerk Europas (an der Großen Packhofstraße). Nach über 30 Spielzeiten des Staatsschauspiels wurde das Schauspielhaus 1945 beim Bombenangriff zerstört, aber sofort wiederaufgebaut, sodass es am 22. September 1948 als erstes Theater in der DDR wiedereröffnet werden konnte. Als „Großes Haus“ (im Gegensatz zum Kleinen Haus in der Neustadt) war es bis zur Eröffnung des Opernhauses am Theaterplatz 1985 (Opernhäuser) sowohl für das Schauspiel aus auch für Oper und Ballett Spielstätte. Seitdem steht das 1990/95 gründlich rekonstruierte Gebäude mit 855 Plätzen wieder unter seiner ursprünglichen Bezeichnung ausschließlich dem Staatsschauspiel zur Verfügung.