Stadtteil am Westhang der Elbtalweitung, 1206 als Gurbewicz (slawisch Gorb, Hügel) urkundlich erwähnt, kam 1921 zu Dresden.
Gorbitz umfasst die Dorfkerne der lange selbständigen Gemeinden Ober- und Niedergorbitz längs der Uthmannstraße, die Siedlungen in Obergorbitz aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und das größte Dresdner Neubauwohngebiet in Plattenbauweise.
Die beherrschende Rolle des Kammergutes und die starke soziale Differenzierung zwischen dem relativ wohlhabenden Bauerndorf Obergorbitz und der bevölkerungsreichen Tagelöhner- und Häuslergemeinde Niedergorbitz prägten noch bis in das 19. Jahrhundert das Bild dieses Stadtteils. Das Vorwerk war 1445 im Besitz der Dresdner Familie Busmann. Nach Erwerb durch Kurfürstin Magdalena Sybilla 1644 wurde es ständig erweitert und in den folgenden Jahrhunderten durch Zukäufe von Besitzungen in der gesamten Dresdner Umgebung vergrößert. 1832 ging es aus unmittelbarem Besitz des Landesherren in fiskalische Verwaltung über. Die 153 ha große Gutsflur verhinderte die Wohnbebauung von Dresden aus, jedoch wurde die landwirtschaftliche Nutzfläche 1981/90 geschlossen bebaut.
Kurfürst August ließ 1584 die Gorbitzer Röhrfahrt, eine hölzerne Wasserleitung, bis zum Dresdner Schloss anlegen. An den Aufenthalt des preußischen Heerführers Leopold I. von Anhalt-Dessau am 16. Dezember 1745 nach der Schlacht bei Kesselsdorf erinnerte der frühere Gasthofsname „Zum Alten Dessauer“. Im Haus Wilsdruffer Straße 15 (später Kesselsdorfer Straße 139) führten Franzosen und Verbündete am 9./10. November 1813 Verhandlungen über den Abzug der französischen Besatzung, womit Dresden von einer Belagerung verschont blieb.
Die Einwohnerzahl von Niedergorbitz stieg im 19 Jahrhundert durch Zuzug von Bergleuten aus dem Plauenschen Grund weiter an und erreichte 1895 bereits 2.877 gegenüber 686 in Obergorbitz. Vom dichtbevölkerten Niedergorbitz aus breitete sich 1873 die letzte Choleraepidemie Dresdens über Löbtau bis in das Gerberviertel aus.
An der 1890/91 erbauten Niedergorbitzer Schule wirkte bis 1904 der Heimatchronist Friedrich August Lesske. 1900 wurde die Schule an der Uthmannstraße errichtet. Eine 1872 gegründete Diakonenbildungsanstalt siedelte 1899 nach Moritzburg über; ihre Kapelle wurde von der seit 1913 selbständigen Kirchgemeinde übernommen. Der Friedhof an der Rädestraße besteht seit 1905.
Stadtbekannt war vor dem Zweiten Weltkrieg die Gorbitzer Vogelwiese auf den abgeernteten Kammergutsfeldern.
Im ehemaligen Gasthof „Zum Reichsschmied“ eröffnete Rudolf Friedrichs am 7. Dezember 1945 das erste Dresdner Rundfunkstudio nach dem Kriege. Das Studio (Sender Dresden des Mitteldeutschen Rundfunks) zog wenig später in die Stadt um. Im gleichen Gebäude war seit 1955 das Trickfilmstudio der DEFA tätig.
Das aus der Kammergutsflur stammende Bodenreformland ging 1952 bzw. 1960 in die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften mit ein. Vor allem entlang der Uthmannstraße blieben Gehöfte und Häusleranwesen im Bauzustand des 18./19. Jahrhunderts mit Plänermauern, Fachwerk, alten Schlusssteinen und anderen Details erhalten. Das schon in der Chronik von Leßke erwähnte Gut Uthmannstraße 40 wurde um 1990 durch einen Brand beschädigt. Einzelne Gebäude dieses Gorbitzer Denkmalbereichs werden durch Bürgerinitiative denkmalsgerecht erhalten, ganze Bereiche sind jedoch durch stilwidrige Einbauten um ihren Wert gebracht. Auch wurde beim Aufbau des benachbarten Wohngebietes versäumt, diese Ortskerne kulturell und gewerblich einzubeziehen.
Der Grundstein für das Neubaugebiet wurde am 21. August 1981 am Platz der späteren Gaststätte „Grüner Heinrich“ gelegt. Am 15. Januar 1982 erfolgte die Schlüsselübergabe für die ersten 102 Wohnungen. Am Wölfnitzer Ring wurde 1984 die Übergabe der 100.000. nach 1945 in Dresden erbauten Wohnung vollzogen. Mit dem Abschluss des Wohnungsbaues umfasste das Gebiet auf 220 ha Fläche, die sich auch auf benachbarte Gemarkungen (Leutewitz, Omsewitz) erstreckt, ca. 15.000 Wohnungen mit über 40.000 Einwohnern. In vier Wohnkomplexen, die durch Ring- und Anliegerstraßen erschlossen sind, wurden vorwiegend 6-geschossige Gebäude der Wohnungsbauserie WBS 70, im Raum Wölfnitz auch vier 17-geschossige Hochhäuser errichtet. Für die Straßenbahn entstand eine “Mittelachse” mit Ladenpavillons.
Das Wohngebiet erhielt 11 Schulen, die entsprechenden Kindertagesstätten, Ambulatorien und zwei Seniorenheime. 1997 wurde die als Nordtangente bezeichnete Umfahrungsstraße eröffnet. In den letzten Jahren wurde das Wohngebiet teilweise saniert und durch mehrere Einkaufszentren und das Elbamare-Bad in seiner Infrastruktur aufgewertet. 1992 Weihe des ev.-luth. Philippus-Gemeindezentrums; 1996 neuer Straßenbahnhof der DVB.