Friedrichs

Rudolf

Jurist, sozialdemokratischer Politiker, Oberbürgermeister, Ministerpräsident der Landesregierung Sachsen, geboren 9.3.1892 Plauen/Vogtland, gestorben 13.6.1947 Dresden.

Friedrichs hatte die Kreuzschule absolviert, in Leipzig Rechts- und Staatswissenschaften sowie Volkswirtschaft studiert und einige Jahre als Jurist an verschiedenen Gerichten gearbeitet, als er 1923 in den Dienst des sächsischen Innenministeriums trat. 1926 wurde er zum Regierungsrat ernannt, 1927 zum Stadtrat gewählt, und seit 1930 gehörte er der Gemeindekammer für den Freistaat Sachsen an. Da er seit 1922 SPD-Mitglied war, wurde er 1933 von den NS-Machthabern wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ aller Staatsfunktionen enthoben, mehrere Monate inhaftiert und danach unter ständige Polizeiaufsicht gestellt. Wegen seiner allgemein bekannten aufrechten antifaschistischen Gesinnung und seinen reichen Erfahrungen und Kenntnissen ernannte ihn die sowjetische Stadtkommandantur am 10. Mai 1945 zum Oberbürgermeister. Unter den äußerst schwierigen Bedingungen der völlig zerstörten Stadt hatte er zusammen mit Hermann Matern und Kurt Fischer bald eine arbeitsfähige Verwaltung aufgebaut. Am 3. Juli 1945 wurde er zum Präsidenten der Landesverwaltung Sachsen berufen und im Dezember 1946 zum sächsischen Ministerpräsidenten gewählt.

Ehrenbürger von Dresden (17. Juni 1946); begraben auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch, später auf den Städtischen Heidefriedhof überführt; Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke (1971 bis 1991; dann Carolabrücke).

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