Goldener Reiter

in Überlebensgröße ausgeführtes Denkmal des Kurfürsten Friedrich August I., der im antiken Gewand nach Art römischer Cäsaren auf einem sich aufbäumenden Pferde (mit Zunge) sitzt. Das Denkmal bildet den beherrschenden Mittelpunkt des Neustädter Marktes in der Nord-Südachse von der Hauptstraße zur Augustusbrücke.

Dem Wunsche Augusts nach verherrlichender Selbstdarstellung, die Macht und Kraft ausdrücken sollte, gaben Künstler wie Pöppelmann und Longuelune mit Plänen zur Aufstellung eines Reiterstandbildes auf dem Schlossdach, auf der neugestalteten Augustusbrücke sowie auf dem Blockhaus Ausdruck. Die Bildhauer Permoser und Kändler schufen Entwürfe in Holz bzw. in Porzellan. Aber erst 1732/34 stellte der aus Nördlingen gebürtige „Kunst-Kanonenschmidd“ Ludwig Wiedemann (1690-1754), ein Offizier in sächsischen Diensten, das Monument her - wohl nach einem Modell des aus Frankreich stammenden Hofbildhauers Jean Joseph Vinache. Da damals niemand in Dresden einen so großen Bronzeguss ausführen konnte, trieb Wiedemann das Standbild in seiner Werkstatt im Ostragehege in bis zu 2 mm dünnem Kupferblech und versah es zur Befestigung im Inneren mit eisernen Verstrebungen. Nachdem man sich auf den Vorschlag von Jean de Bodt über den endgültigen Standort geeinigt hatte, erfolgte am 12. August 1735 die Grundsteinlegung des von Longuelune entworfenen Sockels und am 26. November 1736 die Enthüllung des Reiterstandbildes. Der unvollendet gebliebene Sockel wurde erst 1884 nach einem Vorschlag von Konstantin Lipsius anlässlich der Restaurierung der Plastik mit der Anbringung der lateinischen Inschriften fertiggestellt. Vor Ende des Zweiten Weltkrieges zerlegte man das Denkmal und lagerte es aus. 1953/56 wurde es von dem Bildhauer Walter Flemming wieder zusammengesetzt und restauriert sowie anlässlich der 750-Jahr-Feier Dresdens an seinem ursprünglichen Standort aufgestellt. 1965 nahmen die Restauratoren Ernst Baumann und Gerhard Gesche eine Blattvergoldung vor (Verwendung von insgesamt 187 g Gold), da aus technischen Gründen die originale Feuervergoldung nicht mehr möglich war. Der Goldene Reiter gilt als ein Wahrzeichen Dresdens und hat als Sinnbild der Ära Augusts des Starken literarischen Niederschlag im Roman „Der Goldene Reiter und sein Verhängnis“ von Kurt Arnold Findeisen gefunden (erschienen 1954).