Teil des Residenzschlosses, der, die Schlossstraße überbauend, den Stallhof mit dem Nordflügel des Schlosses verbindet. Ursprünglich in Verbindung zum Elbtor stehend, wurde der Georgenbau 1530/35 unter Herzog Georg dem Bärtigen wohl von Bastian Kramer erbaut und gilt als erster Renaissancebau in Dresden. Das mit prächtigen Portalen, Erkern und vier Volutengiebeln versehene Gebäude war mit Plastiken geschmückt, die das katholische Glaubensbekenntnis des Fürsten dokumentieren sollten (Elbseite: Sünde und Tod; Stadtseite: Erlösung).
Erhalten sind noch der Totentanz, der sich über dem zweiten Geschoss der Nordseite befand, sowie der untere Teil des ehemaligen nördlichen Mittelportals (eigentliches „Georgentor“), der um 1900 westlich an den Schlossausgang gegenüber der Kathedrale versetzt wurde. Etwa von 1550 bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts war das Georgentor zugemauert. Beim Schlossbrand 1701 zerstört, wurde der Georgenbau 1730 von Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff als schmuckloses, durch Lisenen gegliedertes zweigeschossiges Gebäude wiedererrichtet (1832 um ein Geschoss erhöht). Beim Schlossumbau 1900/01 durch Gustav Dunger und Gustav Frölich wurde der Georgenbau im Stil der Neurenaissance (steiles Zeltdach mit Türmchen, fünfstufige Giebel, Mittelerker, Rundtürmchen, Reliefschmuck, drei Portale im Untergeschoss) völlig neugestaltet. Die Plastiken an der Nordfassade schuf Christian Behrens. Beim Bombenangriff 1945 ausgebrannt, wurde der Georgenbau 1964/66 auf der Stadtseite vereinfacht, zur Elbseite in ursprünglicher Gestalt wiederaufgebaut.