Johann Wolfgang von
geboren 28.8.1749 Frankfurt/Main, gestorben 22.3.1832 Weimar.
Goethe hielt sich insgesamt siebenmal in Dresden auf. 1768 weilte er als Student in der Stadt (Wohnung bei einem Schuhmachermeister in der Friedrichstraße). Er besuchte die Gemäldegalerie und lernte deren Direktor Christian Ludwig von Hagedorn kennen. Goethe sah auch noch die durch den Siebenjährigen Krieg verursachten Zerstörungen in der Stadt. An diesen ersten Besuch Goethes erinnern dessen Aufzeichnungen im 8. Buch von „Dichtung und Wahrheit“. Während seiner Reise von Weimar nach Reichenbach/Schlesien im Jahre 1790 hielt sich der Dichter vom 28. bis zum 30. Juli in Dresden auf, wobei er Christian Gottfried Körner auf dessen Weinberg in Loschwitz besuchte. Auf der Rückreise von Reichenbach machte Goethe wiederum in der Stadt Station (vom 25. September bis zum 4. Oktober 1790).
Er wohnte im Gasthof „Drei Goldene Palmenzweige“, besuchte wieder Körner und lernte den Direktor der Kunstakademie Giovanni Battista Casanova, den Maler Romberg und den Oberbibliothekar Johann Christoph Adelung kennen. Über diesen Aufenthalt schrieb Goethe: „Dresden hat mir große Freude gemacht und meine Lust, an Kunst zu denken, wieder belebt. Es ist ein unglaublicher Schatz aller Art an diesem schönen Orte.“
Zum vierten Male weilte Goethe vom 3. bis 11. August 1794 mit Herzog Carl August von Sachsen-Weimar in der Stadt. Er besuchte die Gemäldegalerie und im Zusammenhang mit seinen Forschungen zur Metamorphose der Pflanzen den Hofgärtner Seidel in der Ostra-Allee. Bei seinem Besuch Dresdens im Jahre 1810 (Wohnung im „Goldenen Engel“, Wilsdruffer Gasse 7) lernte Goethe Louise Seidler kennen und besuchte wiederum Körner und mehrmals Gerhard von Kügelgen, von dem er sich porträtieren ließ. Als Goethe 1813 zur Kur nach Teplitz fuhr, hielt er sich vom 20. bis zum 25. oder 26. April in der Stadt auf. Außer mit Körner und Kügelgen traf er mit Ernst Moritz Arndt zusammen. Vom Fenster des Kügelgen-Hauses in der Neustadt erlebte er den Einzug des Kaisers Alexander von Russland und des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. in die Stadt. In der Gemäldegalerie studierte er eingehend die Gemälde Ruisdaels. Auf der Rückreise von Teplitz hielt sich Goethe nochmals Anfang August für einige Tage in Dresden auf. Bei beiden Besuchen wohnte er bei dem Hof- und Justizrat Burgsdorff in der Seegasse (später Seestraße 6).
An den Dichter erinnern oder erinnerten: Goetheallee in Blasewitz, Goethestraßen westlich des Großen Gartens und in Klotzsche, Statue von Ernst Rietschel am Eingang des Opernhauses, eine Marmorbüste von David D´Angers in der Sächsischen Landesbibliothek sowie Gedenktafeln an den Häusern Friedrichstraße 5, Palaisplatz 12 (ehemaliges Hotel „Drei Goldene Palmenzweige“), Terrassenufer 3 (seit 1849) und im Durchgangsraum des Ausstellungsgebäudes vom Sächsischen Kunstverein (seit 1928).