älteste Begräbnisstätte Dresdens und der umliegenden Dörfer, wobei die Frauenkirche selbst auch als Begräbnisort diente. Der Frauenkirchhof wurde durch den Stadtgraben, das Maternihospital, durch die Fischer- und die Töpfergasse sowie die Rampische Gasse begrenzt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte er vier Eingänge: an der Töpfergasse, der Rampischen Gasse, der Pirnaischen Gasse und am Jüdenhof. Der Friedhof beherbergte neben der Frauenkirche noch eine kleine Kapelle und seit 1514 ein Beinhaus. Bei den Begräbnissen wurde die Totenmesse stets in der Kreuzkirche gehalten. Der Innenraum der Frauenkirche war ursprünglich nur Geistlichen als Begräbnisstätte vorbehalten. Erst gegen Ende des Mittelalters fanden auch vornehme Laien dort ihre Ruhestätte. Nachdem das Kircheninnere kaum noch Raum bot, wurden 1565 um die Kirche herum und an der Kirchhofmauer 112 Grabgewölbe angelegt und als Erbbegräbnisse verkauft.
Noch im 16. Jahrhundert wurde der Platzmangel auf dem Kirchhof so groß, dass zusätzlich der Friedhof des Bartholomäushospitals mitbenutzt werden musste. Vor allem aber schuf der neue Johannisfriedhof Entlastung. 1714 hielt der Kirchner der Frauenkirche Johann Gottfried Michaelis die zu seiner Zeit noch vorhandenen Grabinschriften und Denkmäler des Frauenkirchhofs (insgesamt 1.351), die familien- und stadtgeschichtlich von großem Interesse sind, fest. Von den wertvollen, z. T. verlorengegangenen Epitaphen sind zwei in Teilen noch im Stadtmuseum vorhanden: das des 1559 verstorbenen Melchior Trost (drei weibliche Sandsteinkaryatiden von Hans Walther) und das Denkmal für Günther von Bünau (Kreuzigungsgruppe aus Holz und Alabaster von Hans Kramer).
Erwähnt sei noch der so genannte Mönchstein, ein Grabstein aus dem 14. Jahrhundert. Nach der Sage sollte es die Grabstätte eines Mönches gewesen sein, der nachts auf dem Johanniskirchhof herumgegeistert sein soll, wobei unklar blieb, ob diese Gestalt mit der des so genannten „Dresdner Mönches“ identisch ist.
Der Frauenkirchhof wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts aufgelöst. 1715 wurden Teile von ihm eingeebnet, um der im gleichen Jahr erbauten Alten Wache Platz zu schaffen. Vorangegangen war 1714 der Befehl des Landesherrn, keine Bestattungen mehr vorzunehmen.
Infolge des bevorstehenden Baues der neuen Frauenkirche wurde 1722/24 der restliche Kirchhof abgebrochen (die Mauern erst 1738). Die Toten wurden auf andere Friedhöfe überführt. Während des Siebenjährigen Kriegs diente das Gelände noch einmal kurzzeitig als Friedhof.