Schilling

1. Johannes

Bildhauer, geboren 23.6.1828 Mittweida, gestorben 21.3.1910 Klotzsche.

Schilling gehört als Vertreter des Spätklassizismus zu den berühmtesten Bildhauern des 19. Jahrhunderts in Dresden. Nach dem Studium an der Dresdner Kunstakademie arbeitete er 1845/50 als Meisterschüler im Atelier von Ernst Rietschel und setzte 1851 seine Ausbildung in Berlin bei Friedrich Drake fort. Danach war er bei Ernst Julius Hähnel tätig und gründete nach einem dreijährigen Italienaufenthalt 1857 in Dresden sein eigenes Atelier. Am bekanntesten sind seine Sandsteinplastiken der „Vier Tageszeiten“ (1863/68) an der Treppe zur Brühlschen Terrasse.

Weiterhin schuf er für Dresden die Kinderszenen an der Südseite und den Fries im Treppenhaus der Gemäldegalerie Alte Meister (1853); die Denkmale Ernst Rietschels (1872) und Gottfried Sempers (1892) auf der Brühlschen Terrasse; die bronzene Pantherquadriga auf dem Opernhaus (1877); das Reiterstandbild König Johanns (1889) auf dem Theaterplatz; die Figuren „Wahrheit“ und „Gerechtigkeit“ am Amtsgericht (1892); den Giebelschmuck an der Kunstakademie (1894) sowie die Figuren für den Wettinobelisk (1896).

Von 1868 an lehrte Schilling als Professor an der Kunstakademie; 1883 wurde er Ehrenbürger der Stadt. Das 1888 eröffnete Schilling-Museum auf der Pillnitzer Straße 63, das die Mehrzahl von Schillings Original-Modellen enthielt, wurde 1945 beschädigt und 1948 abgebrochen. Die Wohnung des Künstlers befand sich in Klotzsche, Goethestraße 9.

Begraben auf dem Trinitatisfriedhof (später nach Meißen-Zscheila überführt); Schillingstraße und Schillingplatz in Löbtau; Bildnis am Ende des Fürstenzuges.


2. Rudolph

Architekt, geboren 1.6.1859 Dresden, gestorben 19.12.1933 Dresden.

Schilling begründete 1889 mit Julius Gräbner (geboren 11.1.1858 Durlach/Baden, gestorben 25.7.1917 Konstantinopel), die um die Jahrhundertwende einflussreichste Architekturfirma „Schilling und Gräbner“, wobei Schilling überwiegend den bautechnischen und Gräbner den künstlerischen Anteil hatte. Gemeinsame Bauten: Kaiserpalast (1897 vollendet), die Rathäuser in Löbtau (1900) und Pieschen (1890/91), die Christuskirche in Strehlen (1903/05), Ausbau der Kreuzkirche (1897) und verschiedene Villen an der Goetheallee.

Grab auf dem Johannisfriedhof Tolkewitz.