linkselbischer Stadtteil auf den Südhöhen, 1305 als Herrensitz Rekenicz (slawisch: Leute eines Rakon), 1384 als Vorwerk urkundlich erwähnt, 1902 zu Dresden eingemeindet.
Räcknitz bestand im Mittelalter nur aus einem Herrengut, das aus einem markgräflichen Lehen in ein Erbgut umgewandelt wurde und 1384 zur Hälfte dem Dresdner Bürger Peter Münzmeister gehörte. 1465/67 kaufte es der Rat zu Dresden zusammen mit dem Vorwerk Auswik und verpachtete die Felder an 38 Bürger und Bauern. 1892 übernahm die Stadt das Vorwerk wieder als Stadtgut; die Gebäude wurden 1951 der Technischen Hochschule übergeben.
Der alte Dorfkern bildete ein Sackgassendorf mit nur wenigen Höfen und Blockfluren. 1701 lebten fünf Familien in Räcknitz. 1764 erhielt Räcknitz wegen des ehemaligen Vorwerks Zollfreiheit auf der Dresdner Brücke. Zur Abgrenzung der Dresdner Gerichtsbarkeit wurden auch auf Räcknitzer Flur mehrere, z. T. noch erhaltene Weichbildsteine gesetzt. In der Schlacht bei Dresden 1813 wurde Räcknitz völlig zerstört.
Dem in der Schlacht tödlich verwundeten General Jean Victor Moreau wurde 1814 auf Veranlassung des Gouverneurs Repnin-Wokonski an der Franzenshöhe ein Denkmal nach dem Entwurf von Gottlob Friedrich Thormeyer gesetzt.
An der Kreuzung der Dippoldiswalder Chaussee mit der Kohlenstraße bestand seit 1847 ein Einnehmerhaus für Chausseegelder, das später als Gasthaus, nach 1945 als Schulungsstätte, dann von der landtechnischen Fachrichtung der Technischen Universität genutzt und zuletzt abgerissen wurde. 1896/1906 entstanden in der Nähe des Stadtgutes Hochbehälter für das Wasserwerk Tolkewitz, zu deren Schutz der Volkspark Räcknitz angelegt wurde. 1906 errichtete Wilhelm Kreis die Bismarcksäule (nach 1945 Friedensturm). Räcknitz war ursprünglich der Kreuzkirchgemeinde angegliedert und wurde 1889 zur Lukaskirche eingepfarrt. Die Kinder besuchten die Schule in Mockritz, ab 1902 die Schule Sedanstraße in der Südvorstadt.
An der Bergstraße 69 befand sich die Gaststätte „Bergschlößchen“. Der Gasthof „Elysium“ an der gleichen Straße wurde 1945 mit anderen Gebäuden durch Bomben zerstört. Auf der Räcknitzhöhe inszenierten die Faschisten am 10. Mai 1933 eine Bücherverbrennung.
Teile von Räcknitz, dessen Flur bis an die Mommsenstraße und den Zelleschen Weg reicht, wurden in das Hochschulviertel der Technischen Universität einbezogen. Um 1900 entstanden an der westlichen Zeunerstraße Wohnhäuser, in Richtung Mommsenstraße Villen und östlich der Bergstraße später Siedlungen von Mehr- und Einfamilienhäusern. Nach 1980 wurden neue Wohnbauten an der Südhöhe und danach an der Kohlenstraße errichtet.