Ostragehege

Teil der ehemaligen Kammergutsflur Ostra im Altstädter Elbbogen.

Das Gelände wurde ab 1696 in einen Tier- und Fasanengarten umgestaltet und Anfang des 18. Jahrhunderts in landschaftsarchitektonische Pläne für den Raum westlich des Zwingers einbezogen. 1734 wurde eine Allee angelegt, die optisch auf das gegenüberliegende Schloss Übigau ausgerichtet ist. Weitergehende Pläne von François de Cuvilliés (1695-1768) wurden nicht verwirklicht. Am 10. August 1813 nahm Napoleon I. auf den Ostrawiesen eine Parade von 40.000 Soldaten ab. Die von Tümpeln durchsetzte Wiesenlandschaft hielt Caspar David Friedrich um 1832 in seinem Gemälde „Das Große Gehege bei Dresden“ fest.

Die „grüne Insel“ in der Friedrichstadt erhielt sich noch lange als Ausflugsziel mit Gaststätten wie „Onkel Toms Hütte“ und der „Milchwirtschaft“ des Vorwerks. Der Bau des damals größten deutschen Vieh- und Schlachthofs durch Hans Erlwein (1906/13), des Alberthafens, der Hafenmühle und weiterer Industrie-, Lager- und Verkehrsbauten reduzierte das Grünland erheblich. Im Ostteil wurden Sportstätten des Dresdner Sportclubs 1898 bzw. des SC Einheit angelegt (Heinz-Steyer-Stadion, Eissporthalle von 1972, Eisschnelllaufbahn u. a.). Die künftige Nutzung des in den letzten Jahrzehnten stark vernachlässigten Gebietes ist noch umstritten.

Begriffsdaten

Synonyme
Großes Gehege