ehemaliges Villenviertel zwischen Bürgerwiese und Wiener Straße (Seevorstadt Ost), 1945 durch Luftangriffe fast völlig zerstört, der ursprüngliche Straßengrundriss später z. T. überbaut.
Die Erschließung des Viertels setzte ab 1847 mit der Anlage der Lüttichau-, Räcknitz-, Mosczinsky- und Struvestraße, der Lindengasse und (1858) der Prager Straße ein. Das seinerzeit vornehmste Dresdner Wohnviertel zog auch begüterte Ausländer an und erhielt 1868/69 die Englische Kirche.
In einer früheren Bauphase entstanden bereits am Rande des späteren Englischen Viertels das Palais Kaskel-Oppenheim, das Palais Lüttichau, die Villa Struve, das Haus Bürgerwiese 14 (1838 von Woldemar Hermann, 1899 abgerissen) und das Seebachsche Haus Bürgerwiese 16 (1839 von Hermann Nicolai, 1899 abgerissen).
Bedeutende Beispiele der Dresdner Villenarchitektur in der Semper-Nachfolge schufen die Architekten Hermann Nicolai (Villa für Johann Meyer, Beuststraße 1, 1867/69; Villa Parkstraße 3, 1867/68), Hermann August Richter (Villa Opitz, Mosczinskystraße 10, 1873/74; Villa Wiener Straße 44, 1873/74), Bernhard Schreiber (Palais Kap-herr; Villa Pilz, Parkstraße 4, 1868/1869), Karl Eberhard (Goethestraße 6, 1869/70; Villa Häbler, Beuststraße 2, 1866/67), Karl Weisbach (Haus Lennéstraße 2, 1873/74) und Otto Grahl (1839 bis 1875, Villa Parkstraße 2, 1869/70).
Sämtliche genannten Villen wurden 1945 zumeist teilzerstört und die Ruinen in den fünfziger Jahren abgerissen; erhalten blieb im Englischen Viertel die Villa Tiergartenstraße 8 von 1875.