Rokokopalais am heutigen Tzschirnerplatz, das 1728/29 von Johann Christoph Knöffel für den Grafen Wackerbarth errichtet wurde.
Bereits um 1570/80 erbaute man auf den früheren Wallanlagen in der Nähe des Zeughauses ein einstöckiges, mit zwei Giebeln und einem Treppenturm versehenes Gouvernementshaus, das als Regierungsgebäude verschiedenen militärischen Zwecken diente. 1705 legte man einen Lustgarten daneben an und erweiterte das Gebäude, nachdem es 1718 der neuernannte Gouverneur von Dresden, Graf Wackerbarth, als Amtssitz übernommen hatte, wobei die Stadtkommandantur vom Regimentshaus ins Gouvernementshaus verlegt wurde. Dieses wurde am 17./18. Januar 1728 durch einen Brand zerstört, wobei u. a. die dort verwahrten Unterlagen vieler Dresdner Bauten und die wertvolle Bibliothek Wackerbarths vernichtet wurden. Bereits am 30. November 1729 weihte man das neue Palais am Zeughausplatz ein, das erstmals die von Knöffel geschaffene „rationale Eleganz des Dresdner Rokokos“ zeigte. Das zweigeschossige Gebäude mit plastischem Trophäenschmuck im Giebelfeld, mit repräsentativer Eingangshalle und einem Innenhof mit offenen Rundbogenarkaden war auch im Inneren prächtig ausgestattet, wobei der Ballsaal und der Gobelinsaal hervorzuheben sind.
In eigens dafür eingerichteten Kellerräumen hielt die von August dem Starken gegründete Société des antisobres (Gesellschaft von Nüchternheitsgegnern) ihre Sitzungen ab. Nach dem Tode Wackerbarths bewohnte 1734/40 Friedrich August von Rutowski (1702 bis 1764) das Palais und gründete darin 1738 die erste Dresdner Freimaurerloge „Zu den drei Schwertern“. Danach erwarb Johann George Chevalier de Saxe (1704-1774) das Gebäude und ließ es, nachdem es 1763 teilweise durch Brand gelitten hatte, von Friedrich August Krubsacius im Inneren verändern, wobei der reizvolle Rokoko-Festsaal mit ornamentalen Stuckdecken versehen wurde. Der nächste Bewohner war Prinz Carl (1733-1796) - der dritte Sohn Friedrich Augusts Il. - der 1750/63 Herzog von Kurland gewesen war. Nach ihm trägt das „Kurländer Palais“ seinen Namen. Es galt nach erneutem Umbau im Inneren 1774 als schönstes und am elegantesten eingerichtetes Palais in Dresden und war auch nach den Interessen seines Besitzers ein Zentrum für Mystiker und Geistesbeschwörer. Ab 1796 wurde das Kurländer Palais wieder Sitz des Stadtkommandanten; 1813/14 diente es als Lazarett für erkrankte und verwundete Soldaten und wurde 1815 von Christian Friedrich Schuricht zur Aufnahme der neugegründeten Chirurgisch-Medizinischen Akademie umgebaut, die bis zu ihrer Auflösung 1864 dort verblieb. 1818 gründete man die Gesellschaft für Natur- und Heilkunde im Kurländer Palais und legte nach Abtragung des Walls an seiner Rückseite den ersten Botanischen Garten an. Von 1865 an beherbergte das Kurländer Palais das Landes-Medizinal-Kollegium, 1912/24 das Landesgesundheitsamt und war auch Sitz des Sächsischen Altertumsvereins. Ab 1924 diente das Kurländer Palais dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz, bis es im Februar 1945 ausbrannte, wobei auch der bekannte Puppenspieler Oswald Hempel mit umkam. Die unzerstört gebliebenen Kellergewölbe dienten vom Ende des 19. Jahrhunderts bis nach 1945 als Weinkeller und 1981/97 und seit 2015 dem Jazzklub „Tonne“ für Veranstaltungen. 2006 wurde mit dem Wiederaufbau des Kurländer Palais begonnen.