Johann Georg Theodor
Kulturhistoriker, geboren 31.1.1814 Grimma, gestorben 27.8.1885 Radebeul.
Der an der Landesschule Grimma und der Universität Leipzig ausgebildete Gelehrte kam 1837 nach Dresden, wo er zehn Jahre als Lehrer an der Kreuzschule wirkte. 1843 ernannte ihn König Friedrich August Il. zu seinem Privatbibliothekar. Europäischen Ruf errang Grässe durch seine Tätigkeit auf den Gebieten der Sagenforschung und der Volkskunde, durch die Herausgabe seines lateinischen Ortsnamenverzeichnisses „Orbis latinus“ (1860) sowie durch bibliographische Arbeiten. 1848 wurde er zum Inspektor des Münzkabinettes berufen, 1852 zum Direktor der Porzellansammlung und 1864 zum Direktor des Grünen Gewölbes. Diesen Sammlungen verhalf er mit gründlichen wissenschaftlichen Arbeiten zu dem ihnen gebührenden Ansehen. 1881 trat er von den Museumsämtern zurück, betreute aber danach noch die Kupferstichsammlung von Friedrich August II.
Seine Stadtwohnung hatte Grässe seit 1869 in der Forststraße, daneben besaß er das Weingut „Wackerbarths Ruhe“ in Radebeul.
Begraben Innerer Neustädter Friedhof.