Gehe

1. Franz Eduard

Jurist, geboren 23.7.1797 Oschatz, gestorben 10.12.1875 Dresden.

Nach dem Studium an der Leipziger Universität ließ sich Gehe in Dresden als Advokat nieder und wurde 1832 Stadtrat. Als Vorstand der „Schuldeputation“ und der „Armen-Versorgungsbehörde“ setzte sich Gehe für die Verbesserung des Volksschulwesens und der Armenschulen in Dresden ein.


2. Franz Ludwig

Großhändler, Fabrikant, geboren 7.5.1810 Merkwitz bei Oschatz, gestorben 22.6.1882 Dresden.

Gehe gründete 1835 eine Drogengroßhandlung auf der Moritzstraße und errichtete 1865/66 auf dem ehemaligen Wasserbauhof am Anfang der Leipziger Straße die Drogen-Appretur-Anstalt, die sich zur bedeutenden chemisch-pharmazeutischen Fabrik entwickelte und 1904 in die Gehe & Co-AG umgewandelt wurde (später Arzneimittelwerk Dresden). Das Handlungsbüro befand sich bis 1909 in der Königstraße 1.

Gehe setzte sich für die nationalökonomischen Ziele des mit ihm befreundeten Friedrich List ein und trieb die Schaffung von Handelskammern voran.

Vor seinem Tode stiftete Gehe 2 Millionen Mark für eine „Commercial-Akademie“, die 1885 als Gehe-Stiftung gegründet wurde. Ihre Vortragstätigkeit wurde am 10. Januar 1885 mit einem Vortrag von Sophus Ruge eröffnet. Die volks- und staatswissenschaftliche Bibliothek der Stiftung in der Kleinen Brüdergasse (später in der Kreuzstraße) war mit 100.000 Bänden eine der größten deutschen Fachbibliotheken und verbrannte 1945 zum großen Teil. Seit 1896 erschien ein Jahrbuch der Stiftung, das seit 1903 als „Neue Zeit- und Streitfragen“ fortgesetzt wurde.

Grabmal, geschaffen von Johannes Schilling, auf dem St.-Pauli-Friedhof; Gehestraße in der Leipziger Vorstadt.

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