Die ursprünglich einzige Gasse dieses Namens führte im Mittelalter aus der Stadt heraus in die Frauenkirchsiedlung (Verlauf: südlicher Teil der Galeriestraße und Mittlere Frauengasse zum späteren Neumarkt) und wurde durch das Frauentor abgeschlossen. Im 15. Jahrhundert befand sich in der Gasse die städtische Badestube. Erwähnt wurde die Frauengasse erstmals 1370 als „platea beatae virginis“, 1396 dann als „Frowingasse“. 1513 wird sie als Große Frauengasse bezeichnet. Dieser Name wurde später vorübergehend auf die Galeriestraße angewandt. Als Große Frauengasse wurde aber bald darauf das Endstück der alten Frauengasse einschließlich eines Teils der Rosmaringasse (wo sich die Brotbänke befanden) bezeichnet, während die Galeriestraße nun einfach Frauengasse hieß. Ende des 18. Jahrhunderts wechselte die Bezeichnung erneut. Die Frauengasse hieß wieder Große Frauengasse und die zuletzt als Große Frauengasse bezeichnete Gasse Mittlere Frauengasse (seit 1862 nur Frauengasse). Im 18. Jahrhundert befand sich in der Gasse (in der Nähe der Brotbänke) die bekannte Mohrenthalsche Verlagsbuchhandlung. Im Hause Nr. 9 wohnte ab 1697 der berühmte Goldschmied und Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger. Im 19. Jahrhundert war die in der Frauengasse gelegene Wohnung von Julius Mosen einer der geistigen Mittelpunkte der Stadt.