an der Ostseite des Kulturpalastes bestehende Straße, die bis 1945 zwischen der König-Johann-Straße und dem Jüdenhof verlief. Der nördliche Teil bis zur Mittleren Frauengasse hieß im Mittelalter Windische Gasse (1396 erwähnt), möglicherweise nach wendischen Siedlern. 1486 wird dieser Teil auch als „Kleyne Judengasse“ bezeichnet, da hier, wie in der Schössergasse und am Jüdenhof, größtenteils Angehörige der mittelalterlichen Jüdischen Gemeinde wohnten. Der 1550 bis 1650 nun offiziell als Judengasse bezeichnete Straßenteil wurde seit 1576 auch als Frauengasse bezeichnet. Nach der Vereinigung mit dem südlichen Teil der späteren Galeriestraße, einem Teil der alten Frauengasse, wurde sie dann Große Frauengasse benannt. Im 18. Jahrhundert hieß die gesamte Gasse nur Frauengasse, seit 1797 jedoch wieder Große Frauengasse. 1862 schließlich erfolgte die Umbenennung in Galeriestraße, nach der bis Mitte des 19. Jahrhunderts im Stallgebäude (Johanneum) am Jüdenhof befindlichen Gemäldegalerie. In Häusern der Galeriestraße wohnten im 18. Jahrhundert Persönlichkeiten wie Christian Ludwig Hagedorn, Adam Friedrich Oeser und Johann Joachim Winckelmann. Die berühmte Walthersche Verlagsbuchhandlung hatte hier ebenfalls ihren Sitz. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Weinstube „Chiapone“ Treffpunkt hervorragender Vertreter des geistig-kulturellen Lebens der Stadt (u. a. verkehrte hier Arthur Schopenhauer).