Nachdem Lichtbildervorführungen von der Schaubudenattraktion auf Volksfesten (z. B. Vogelwiese in Dresden) nach der Jahrhundertwende mehr und mehr zu festen Einrichtungen geworden waren, entstanden auch in Dresden die ersten ständigen Kinos.
Bereits 1904 gab es Filmvorführungen im Viktoriasalon in der Waisenhausstraße, dem 1869/70 eingerichteten ersten bedeutenden Dresdner Varieté, ab 1924 Ufa-Palast „Viktoria-Theater“. 1906 wurden in der Großen Brüdergasse und der Wettiner Straße Filmtheater eingerichtet, im selben Jahr gründete Heinrich Ott, der sich um die Entwicklung der Dresdner Filmtheater verdient gemacht hat, als erstes größeres Kino das „Campanetto-Theater“ am Freiberger Platz. Die ersten großstädtischen Filmtheater waren das Tonbildtheater in der Prager Straße und das „Olympia-Tonbildtheater“ am Altmarkt. Vor dem Zweiten Weltkrieg existierten in Dresden 36 Filmtheater, die zum größten Teil am 13./14. Februar 1945 zerstört wurden.
Führend beim Bau repräsentativer Filmtheater war der Architekt Martin Pietzsch. Er entwarf für Dresden die „UT-Lichtspiele“ in der Waisenhausstraße (1911; erstes großes Filmtheater mit 1.000 Plätzen), das Filmtheater „Capitol“ Prager Straße (1925), die „Gloria-Palast-Lichtspiele“ Schandauer Straße (1926; Umbau des alten Gasthofes Zum Kronprinzen), das „Theater am Bischofsplatz – TB“ (1926; 500 Plätze), das Filmtheater „Schauburg“, Königsbrücker Straße (1927; 1.000 Plätze; erstes Filmtheater Dresdens, das als Eckbau mit großen Fassadenflächen das Straßenbild prägte, 1993/94 umfassend modernisiert, Einbau von drei Sälen) und den „Faun-Palast“ Leipziger Straße (1929; 1.000 Plätze, aus einem ehemaligen Tanzsaal umgebaut, 1991 geschlossen). Weitere bedeutende Filmtheater waren das „Prinzeßtheater“ Prager Straße (1916) sowie die von Richard Fülle entworfenen Filmtheater „Kammerspiele“ Wilsdruffer Straße, die „Zentrum-Lichtspiele“ Seestraße, die „Fürstenhof-Lichtspiele“ Striesener Straße (1920) und die als erster Theaterbau Dresdens in Stahl-Skelettbauweise 1929 in Löbtau entstandene „Musenhalle“ (1.300 Plätze).
Zu den „Filmkunsttheatern“ der Nachkriegszeit gehörten die „Schillergarten-Lichtspiele“ in Blasewitz und das „Astoria“ an der Leipziger Straße. In den sechziger Jahren existierten 24 Filmtheater in Dresden, die von etwa 5 Millionen Zuschauern jährlich besucht worden sind. 1990 gab es 18 Filmtheater und gegenwärtig sind es noch 7. Das größte und repräsentativste ist das 1970/72 als Premierentheater errichtete Filmtheater Prager Straße (Architekten Gerhard Landgraf und Waltraud Heischkel). Der 20 m hohe Rundbau von 50 m Durchmesser mit Seilnetzhängekonstruktion für das Dach ist mit moderner Kinotechnik ausgestattet. Er wurde 1991/92 als „UFA-Palast“ umgebaut, wobei zum Großen Saal (1.080 Plätze) und zur Studiobühne (148 Plätze) fünf weitere Spielstätten hinzukamen (Gesamt-Platzkapazität 2.070 Plätze).