Heinrich Schütz
Heinrich Schütz wurde 1585 in Köstritz geboren und kam als Kind an den Hof des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, der sein musikalisches Talent förderte und ihm eine umfassende Ausbildung ermöglichte. Ab 1609 studierte er als Stipendiat drei Jahre lang in Venedig bei Giovanni Gabrieli und lernte dort den prägenden venezianischen Mehrchörigkeitsstil kennen, den er später nach Deutschland brachte. 1617 wurde er an den Dresdner Hof des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen berufen und 1619 offiziell zum kurfürstlich-sächsischen Hofkapellmeister ernannt – ein Amt, das er bis zu seinem Tod fast 40 Jahre lang innehatte. In Dresden baute er die Hofkapelle zu einem der bedeutendsten Musikensembles Europas aus und komponierte Schlüsselwerke wie die „Psalmen Davids", die „Symphoniae sacrae" und die „Musikalischen Exequien". 1627 wurde in Dresden vermutlich die erste deutschsprachige Oper überhaupt, „Dafne", nach seiner (heute verlorenen) Musik uraufgeführt. Trotz der Verwerfungen des Dreißigjährigen Krieges, während dessen die Hofkapelle zeitweise stark verkleinert wurde, hielt Schütz das musikalische Leben am Dresdner Hof aufrecht und bildete zahlreiche Schüler aus, die seinen Stil in ganz Mitteldeutschland verbreiteten. Als Begründer der protestantischen Kirchenmusiktradition, die später u. a. Johann Sebastian Bach beeinflusste, prägte er Dresdens Ruf als Musikstadt nachhaltig und wird bis heute als bedeutendster deutscher Komponist vor Bach gewürdigt.