Bernardo Francesco Paolo Ernesto Bellotto, genannt Canaletto
Bernardo Bellotto wurde 1722 (nach anderen Quellen bereits 1721) in Venedig geboren und erlernte die Vedutenmalerei in der Werkstatt seines berühmten Onkels Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto, dessen Beinamen er später selbst führte. 1747 wurde der 25-Jährige auf Vermittlung des Diplomaten Francesco Algarotti als Hofmaler an den Dresdner Hof des Kurfürsten Friedrich August II. berufen und blieb dort bis 1758, mit weiteren Aufenthalten bis in die 1760er Jahre. In dieser Zeit schuf er einen Zyklus von vierzehn großformatigen Dresden-Ansichten sowie elf Ansichten von Pirna und mehrere Festungsbilder, die heute zu den Hauptwerken der Gemäldegalerie Alte Meister zählen. Seine Gemälde dokumentieren das barocke Stadtbild Dresdens – darunter Zwinger, Frauenkirche und die Elbufer – mit außergewöhnlicher architektonischer Präzision. Nach der weitgehenden Zerstörung der Dresdner Altstadt im Februar 1945 dienten Bellottos Vedute Architekten und Denkmalpflegern als wichtige Referenz für den originalgetreuen Wiederaufbau zahlreicher Bauwerke. Später wirkte er in München und vor allem in Warschau, wo seine dortigen Stadtansichten nach 1945 auf ähnliche Weise für den Wiederaufbau der Warschauer Altstadt genutzt wurden; dort starb er 1780 als königlicher Hofmaler.