Fröhlich

Joseph

Hofnarr, geboren 14.2.1694 Aussee (Salzkammergut), gestorben 24.6.1757 Mariemont bei Warschau.

Der gelernte Müller hatte sich als witziger, fingerfertiger Taschenspieler bereits einen großen Ruf erworben, als er 1725 erstmalig nach Dresden kam und Aufsehen erregte. Seit 1727 gehörte er als „kurtzweiliger Rat“ ständig zu den populärsten Figuren am Dresdner Hofe. Er hatte das Recht, jedermann ungeschminkt die Wahrheit zu sagen, wobei er nicht nur als bloßer Possenreißer die Hofgesellschaft unterhielt, sondern sich als ein technisch und wissenschaftlich gebildeter Mann mit philosophischen Einsichten und einem klaren Blick für die Wirklichkeit erwies. Zahlreiche mehr oder minder wahre Anekdoten und Histörchen sind mit dem Namen des Hofnarren verbunden.

Nachdem er in der Altstadt gewohnt hatte, bezog Fröhlich 1747 das sogenannte Saturnhaus in der Nähe des Neustädter Marktes und ließ sich in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sein eigenes „Narren-Palais“ als sein „Klein-Moritzburg“ errichten, in das er 1755 einzog (im Volksmund wegen seiner zwei achteckigen Vorbauten „die Brille“ genannt; Narrenhäusel). Das Bild des Hofnarren ist auf Bellottos „Ansicht Dresdens vom rechten Elbufer aus“ (1747) sowie in mehreren Porzellanplastiken von Johann Christian Kirchner und Johann Joachim Kändler festgehalten; am Hengstdepot Moritzburg schaut Fröhlich als Steinfigur mit seinem Mitnarren Baron Schmiedel vom Dachrand auf die Straße herab.

Bronzeplastik am Neustädter Markt (1979 von Heinrich Apel).

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