Engel-Apotheke

ehemalige Dresdner Apotheke, die als erste außerhalb der Stadtmauer lag. Am 20. Mai 1695 erteilte August der Starke dem Apotheker Johann Andreas Mietiger das Privileg, die „Apotheke zum Engel vorm Wilsdorffer Thore“ zu errichten (Wilsdruffer Vorstadt). Das Gebäude war die Botenherberge „Weißes Rößchen“, auch „Gasthof zum Roß“ genannt und befand sich auf der Annengasse (seit 1858 Annenstraße Nr. 33). Daraus ist auch erklärlich, dass das Privileg mit der Berechtigung zum Ausschank einheimischer Biere und dem Recht, Gäste über Nacht zu beherbergen, verbunden war. Nachdem die Besitzer mehrmals wechselten (Gasthof und Apotheke getrennt), ging 1729 der Apothekenteil an die Familie des Apothekers Johann David Beylich über, die dann 1731 von Johann Georg Ehrlich den Gasthof dazu kaufte und dadurch die Apotheke erweitern konnte. Seit 1740 erscheint der Name Engel-Apotheke; das Wahrzeichen bezieht sich auf den Erzengel Raphael als Boten Gottes. Der siebte Besitzer (später Inhaber der Adler-Apotheke) Albert Frohn verkaufte 1892 die Engel-Apotheke an Gustav Adolf Mendel. Dieser ließ 1897 das über 200 Jahre alte Gebäude abbrechen und ein neues Apothekengebäude errichten, das bis zur Zerstörung Dresdens im Februar 1945 an der Annenstraße bestand.

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