Johann Friedrich Böttger

Geboren 04.02.1682 – Schleiz
Gestorben 13.03.1719 – Dresden
Johann Friedrich Böttger

Johann Friedrich Böttger wurde 1682 in Schleiz geboren und erlernte in Berlin die Apothekerkunst, wobei er sich früh mit alchemistischen Experimenten und angeblicher Goldherstellung einen Namen machte. Um dem Zugriff des preußischen Königs zu entgehen, floh er nach Sachsen, wurde dort jedoch von Kurfürst August dem Starken 1701 in Dresden festgesetzt und über Jahre zur Goldsuche gezwungen. In Dresden arbeitete er ab 1704 gemeinsam mit dem Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus an keramischen Versuchen, unter anderem im Labor der Jungfernbastei an der Elbe. 1707 gelang ihm dort die Herstellung des roten „Böttgersteinzeugs", und 1708/1709 entwickelte er das erste europäische Hartporzellan – eine Erfindung von weltgeschichtlicher Tragweite, die zuvor nur in China und Japan beherrscht wurde. Auf dieser Grundlage wurde 1710 die Meissener Porzellanmanufaktur gegründet, deren erster Leiter Böttger wurde, auch wenn die Produktion bald von Dresden nach Meißen verlagert wurde. Böttger blieb als „Staatsgefangener" bis 1714 in Sachsen unter Bewachung, durfte das Land nie verlassen und starb bereits 1719 in Dresden, verarmt und gesundheitlich zerrüttet. Seine Erfindung 
machte Dresden und Sachsen zum Ausgangspunkt der europäischen Porzellanindustrie und begründete den bis heute anhaltenden Ruf der Region als Zentrum für Porzellankunst.