August der Starke
August der Starke wurde 1670 in Dresden als Sohn des Kurfürsten Johann Georg III. geboren und bestieg 1694 nach dem frühen Tod seines Bruders den sächsischen Kurfürstenthron. 1697 konvertierte er zum Katholizismus, um als August II. zum König von Polen gewählt zu werden, und regierte fortan in Personalunion über Sachsen und Polen-Litauen. In Dresden entfaltete er eine beispiellose Bautätigkeit und machte die Stadt zu einer der prunkvollsten Barockmetropolen Europas: Unter seiner Herrschaft entstanden der Zwinger, das Taschenbergpalais und weite Teile der barocken Residenzstadt, zudem ließ er die weltberühmten Kunstsammlungen (u. a. die Gemäldegalerie und die Rüstkammer) aufbauen. Sein Interesse an Alchemie führte 1708/09 indirekt zur Erfindung des europäischen Hartporzellans durch Johann Friedrich Böttger, worauf 1710 die Meissener Porzellanmanufaktur gegründet wurde. Die von ihm und seinem Sohn Friedrich August II. geprägte Epoche von 1694 bis 1763 wird bis heute als "Augusteisches Zeitalter" bezeichnet und gilt als Höhepunkt der Dresdner Stadt- und Kulturgeschichte. Er starb 1733 in Warschau, wurde jedoch in der Dresdner Hofkirche beigesetzt, sein Herz ruht separat in einer Urne ebendort.