für die Tanzschule von Emilie Jaques-Dalcroze nach Plänen von Heinrich Tessenow 1911/12 am Nordwestrand der Gartenstadt Hellerau errichteter Mehrzweckbau. Er sollte sowohl Unterrichtszwecken als auch regelmäßigen Festspielen dienen.
Der streng symmetrische Baukomplex, der von einem Vorhof und Wohnhäusern für Lehrer und Studierende umgeben war, wird bestimmt von dem hauptschiffartigen, durch Säulenportikas markierten Zentralbau. Darin befand sich der Festsaal, der mit variablen Bühnenelementen, raffinierter Lichtanlage und ausgezeichneter Akustik so angelegt war, dass auch Aufführungen unter Beteiligung der Zuschauer stattfinden konnten. Nach Auszug der Schule für angewandten Rhythmus wurde das Gebäude später von anderen Institutionen genutzt, u. a. betrieb hier Alexander Sutherland Neill, der Vertreter der antiautoritären Erziehung und spätere Gründer der Summerhill-Kolonie, eine internationale Schule. Nachdem das Festspielhaus in Staatseigentum übergegangen war, diente es ab 1937 als Kaserne für die Reichspolizei, dann für die SA und bis 1945 für die SS. 1945/92 war es Lazarett der in Dresden stationierten sowjetischen Streitkräfte.
Die verfallene denkmalgeschützte Anlage soll in der ursprünglichen Gestaltung von 1913 wiedererstehen und erneut kulturell genutzt werden.