Aus Mitteln der Exulantenkasse der böhmischen Gemeinde erbaute der Architekt Gotthilf Ludwig Möckel 1878/80 an der Wittenberger-/Paul-Gerhardt-Straße die Erlöserkirche Striesen im neugotischen Stil. Eine Vereinbarung mit der Erlösergemeinde sah vor, dass sich die Pfarrer der böhmischen und der Erlösergemeinde in die Gottesdienste teilen. Die 1.000 Kirchgänger fassende Erlöserkirche Striesen mit ihren zwei Seitenschiffen und dem 60 m hohen Turm erfuhr 1897 verschiedene Veränderungen, wie Gasbeleuchtung, neues Orgelwerk und erneuerte Altarbilder; 1909 folgte die Erneuerung der Inneneinrichtung. Die letzten großen Veränderungen waren die Wiederbeschaffung der Orgel-Prospektpfeifen (1918), anstelle der abgelieferten Bronzeglocken neue Gussstahlglocken (1920) und die Einrichtung der elektrischen Beleuchtung (1925). Beim Bombenangriff 1945 wurde die Erlöserkirche Striesen teilzerstört; die gut erhaltene Ruine, im Sommer für Gottesdienste genutzt, wurde gegen den Einspruch der Kirche 1961 abgetragen.