russischer Anarchist, geboren 30.5.1814 Torshok/ Gouvernement Twer, gestorben 1.7.1876 Bern.
Bakunin hielt sich erstmals von Januar 1842 bis Januar 1843 in Dresden auf. Er war von Berlin gekommen, wo er Philosophie studiert und Arnold Ruge und Ludwig Wittig kennengelernt hatte. In Dresden publizierte er unter dem Pseudonym Jules Elysard in Ruges „Deutschen Jahrbüchern“. In der sächsischen Residenz erschien auch Bakunins erstes größeres literarisch-philosophisches Werk „Schelling und die Offenbarung...“. Um sich der drohenden Verhaftung zu entziehen, reiste er zusammen mit Georg Herwegh nach Zürich. Der zweite, wichtigere Aufenthalt Bakunins in Dresden fiel in die Zeit der Revolution 1848/49. Anfang März 1849 war er von Leipzig nach Dresden gezogen (wohnte bei Wittig, bei August Röckel im Hause von Johann Andreas Schubert und zeitweise in einem Gartenhaus in der ehemaligen Menagerie an der Friedrichstraße).
Bakunin entfaltete eine rege publizistische Tätigkeit. In der Dresdner Zeitung agitierte er für die deutsch-slawische Versöhnung, um den revolutionären Prozess in Europa voranzutreiben. Während des Maiaufstands 1849 spielte Bakunin eine entscheidende Rolle als militärischer Berater der provisorischen revolutionären Regierung und einer der militärischen Führer des Aufstandes neben dem Kommandeur der Kommunalgarde Heinze und Stephan Born. Zusammen mit Otto Leonhard Heubner wurde Bakunin in der Nacht vom 9. zum 10. Mai, nach der Niederlage des Aufstandes, in Chemnitz verhaftet und nach Dresden, später auf den Königstein, gebracht, bevor er an Österreich ausgeliefert wurde.