Alte deutsche Sprüche / Weisheiten

"Man treibt den bock wohl auß dem garten / aber der stanck bleibt gemeyniglich drinn."


"Red nit gleich / wenn du denkst / mehristens hastu nit gedacht / wenn du redst."


"Ich hab ein maul / dem geb ich zu essen / das muß reden was ich will."


"Wer ein ding nit groß oder wohl thun kan / der redet es doch groß oder wohl."


"Finantzer und betrieger machen viel wort / und meinens nicht."


"Mancher wil angesehen seyn / als hab er kein Wasser getrübet / und ist doch wol mit dem ganzen hindern drin gesessen."


"Eyn armer man hat den windt allweyl von vorn."


"Es gerät offt einer armen magd kind besser / denn eyns reichen manns tochter."


"Freiheit ist eine Puppe / die man weinenden unterthanen gibt / solche darmit zu stillen; wenn sie aber dann schweigen / so nimpt man ihnn das Spielwerk wieder ab / ehe sie es merken."


"Es ist besser arm mit ehren / denn reych mit schanden."


"Teuer bezahlte artzeney hilfft vil / wo nicht dem krancken / so doch dem Apotheker."


"Eyn unerfarner arzet macht eyn vollen kirchhoff."


"Advokaten und wagenreder wöllen geschmieret seyn."


"Advokaten machen das Recht zu eyn teig / und kneten ihn / wie sie des brotes wöllen haben."


"Ein ehrlich handwerck hat eyn gewissen Zins / und ist eyn Quellbrunn / da alle Tage etwas herausquillet."


"Weite Stiche geben auch Brot / sprechen die schneider."


"Wenn der Zimmermann lange umbs holtz spatziren geht / so fellt kein span darvon."


"Wer einen andern vom galgen löset / der brecht yhn gern wieder hynan."


"Die kleinen dieb man hencken thut / vorn großen zeucht man ab den hut."


"Die selbs böses han gethan / hängen gern den andern auff."


"Also vertrau deinem freunde / daß du achtest er möge dein feind werden."


"Die galgen tat man abschaffen / aber die schelmen seynd geblieben."


"Gemalte mönch seynd die frömpsten."


"Ein junger Engel wird offt ein alt Teuffel."


"Wenn man den teuffel in die Kirchen lässet / so will er auff dem obersten Altar sitzen."


"Es haben ihrer vile das evangelium im mund und den teuffel im hertzen."


"Wenn die lehrer unter das friedlich Evangelium ihrn neid und haß mengen / das lest eynn bösen stank hinder sich / als hette mann mit des Teuffels dreck geräuchert."


"Wer mausen will / dem kan man mit Gesetzen nit alle Löcher verstopffen."


"Wenns wohl ausgehet / so sind es alle gut Hebammen gewesen."


"Gleube nicht alles was du hörest / Sage nicht alles was du weißt / Thue nicht alles was du magst."


"Es ist etwas anders um eine erfarne und geübte / als allein umb ein gelesne Kunst."


"Eyn bös maull ist schärpfer dann eyn schwerdt."


"Die gelegenheyt grüßt manchen und beut ihm die handt / wil er nit / so weist sie ihm den hintern."


"Eim jeden gefellt seine art wol / drumb ist die Welt der narren voll."


"Manchen narren bringt sein eygen glück umb."


"Bey eym narren richt man nichts aus / weder mit Bitten / noch mit Drohen."


"Ein rauschend blatt hat keine hörner / hat auch nie keinn erschlagen / und gleichwohl fürcht sich der schuldige für ihm."


"Wir wohnen in Teutschland / und wissen seyne bequemlichkeiten nit / andere wissen wir / und daheym bei uns selbs seyn wir als frembdlinge."


"Wann das Vatherlandt in brandt stehet / seyn alle Ständ schuldig / löschen zu helfen."


"Wer alles offenbart / macht seym feind die waffen scharpf."


"In der that ligt die meist Macht."


"Es ist etwa besser in die faust / dann in die lufft geredt."


"Der Hirt ist noth wegen der schaafe / aber nicht die schaafe wegen des hirten."


"Krieg kömpt vom wörtlein Meyn und Deyn."


"Arbeit ist so ein mechtig ding / das feuer aus den steinen bringt."


"Die Zung ist das best und bößt Glied zugleich."


"Wer immer zu greinet wie eyn sau an ihrem gatter / und umb ein haselnuß daherfährt / als umb ein zerbrochen Schiff / dessen poltern gewohnet man / daß man nit acht darauf gibt."


"Zur zeit ein narr seyn / ist auch Kunst und Weißheit."


"Wer die wahrheit geigt / dem schlägt man die gegen an kopf."


"Werd witzig / die Welt ist spitzig."


"Acht kein Ort on ein ohr."


"Wann reden könnten tisch und benck / so würd man hörn vil guter schwenck."


"Vor eym Collegen behüt uns lieber herre Gott!"